Passage aus dem Theatertext des Drei-Frauen-Bühnenstücks «80, 16 oder Leben». © Atina Tabé
Atina Tabé
wurde 1984 in Teheran, Iran geboren und wuchs in Berlin-Neukölln, Deutschland auf. Sie lebt mit ihrer Familie in Solothurn in der Schweiz.
Förderbeitrag 2025 – «80, 16 oder Leben», ein Drei-Frauen-Kammerspiel
Atina Tabés Leidenschaft gehört dem Theater und der Musik. Nach ihrem Schauspielstudium war sie in zahlreichen Hauptrollen auf Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen. Von 2014 bis 2024 gehörte sie zum festen Ensemble am Theater Orchester Biel Solothurn. Mit "Ferferi - Vom Ankommen und Fernbleiben" brachte die Künstlerin 2021 ihr erstes selbst entwickeltes Theaterstück zur Uraufführung. Parallel dazu schreibt und singt sie eigene Lieder in Farsi, Deutsch und Englisch.
In ihrem künstlerischen Oeuvre verschmelzen unterschiedliche Ausdrucksformen und Sprachen zu einem vielstimmigen Ganzen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf gesellschaftlich relevanten Themen wie Interkulturalität, Identitätssuche und Migrationserfahrungen.
Im Zentrum ihres Projektbeitrags "80, 16 oder Leben" steht die brisante Frage nach einem ganzen Bündel gesellschaftlicher Tabus: Darf eine Frau - Tochter eines Iraners und einer Deutschen, verheiratet mit einer Frau und schwanger mit einem Kind mit Behinderung - über ihr eigenes Leben und das des Kindes entscheiden?
Innerhalb des dreiteiligen Stückes entfaltet sich ein facettenreiches Spannungsfeld zwischen Autonomie und persönlicher Überzeugung, familiären Bindungen und gesellschaftlichen Erwartungen. Die Dialoge zwischen Mutter und Tochter, Frau und Ehefrau machen unterschiedliche Stimmen hörbar, sie entfalten unterschiedliche Perspektiven und zeigen eine große emotionale Entwicklung innerhalb der Figuren. Dabei begegnet Atina Tabé allen Positionen mit Respekt, ohne sie zu bewerten oder zu verurteilen.
Text © Antje Lechleiter
Jury:
Ingrid Gaier – Künstlerin, Förderpreisträgerin 2024, Wien
Jasmin Glaab – Kuratorin, Kunstmanagerin und Galeristin, Bern
Eva Rosenstiel – Künstlerin, Freiburg im Breisgau
Thomas Spycher – Stiftungsassistenz, Zürich
Manuela Wurch – Stiftungsleitung, Künstlerin, Solothurn
Foto © Ksenia Les