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Film-Still aus dem bald erscheinenden Roadmovie und Experimentalfilm «Medea». © Bettina Eberhard

Bea von Malchus

wurde 1959 in Freiburg im Breisgau geboren. Sie lebt und arbeitet in Freiburg.

Förderbeitrag 2019 – Würdigung ihres bisherigen Schaffens

Nach einem Studium der Germanistik und Geschichte arbeitete die Künstlerin ab 1981 als Schauspielerin, Regisseurin, Dramaturgin und Autorin an Theatern in der Schweiz und in Deutschland. Was sie jedoch stärker anzog als die Bühne, waren die Geschichten selbst. 1996 hat Bea von Malchus damit begonnen, eine eigene künstlerische Form zu entwickeln. Ihr humorvolles und pointiertes Erzähltheater ist seither weder dem Theater noch dem Kabarett zuzuordnen. Die Stücke schreibt und inszeniert sie selbst und bringt sie als Soloabende auf die Bühne.

Was ist wahr, was ist Fantasie? Man rätselt, wenn sie das Nibelungenlied neu erzählt, Shakespeare befragt oder englische Königinnen des 16. Jahrhunderts mit kraftvoller Sprache zum Leben erweckt. Immer allein, immer sitzend und mit wandelbaren Kostümen ausgestattet, wechselt die Künstlerin mit atemberaubender Mimik und beeindruckender Stimmenvielfalt zwischen Figuren, Epochen und Perspektiven. Mit großer Lust verschiebt sie die Grenzen zwischen Erzählen und Verkörpern, zwischen Historienstoff und Gegenwartsfragen. Keine Mitspielenden und kaum Requisiten, doch was die Bühne leer lässt, füllt die Vorstellungskraft und bringt im Kopf der Zusehenden eine Fülle von farbig schillernden Bildern hervor.

Mit rund 15 Eigenproduktionen hat Bea von Malchus ein Werk geschaffen, das kompromisslos dem Eigenen verpflichtet ist: dem Stoff, der Stimme und der Haltung.

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